Frauenbundesliga startet in 2. Saisonhälfte

Am kommenden Wochenende finden die 6. und 7. Runde der Schach-Frauenbundesliga statt. Für die Damen des SK Schwäbisch Hall geht es in den Norden nach Hamburg. Dort tritt man am Samstag gegen den ebenfalls noch verlustpunktfreien Hamburger SK zum Spitzenspiel an. Am Sonntag geht es gegen Aufsteiger Doppelbauer Kiel, den aktuellen Tabellenzehnten.

Mit über 600 Mitgliedern ist der HSK der größte Schachverein Deutschlands. Im HSK-Schachzentrum gibt es täglich vielfältige Aktivitäten und Angebote für Jung und Alt. Davon können die meisten anderen Schachvereine in Deutschland nur träumen. Der Verein geht in den unterschiedlichen Ligen von Bundesliga bis Kreisklasse mit 31 (!) Mannschaften an den Start, dazu kommen noch 4 Damenmannschaften. Zum Vergleich: der SK Schwäbisch Hall bekommt mit Müh und Not gerade mal 4 Mannschaften zusammen.
Da Hamburg mit Ausnahme auf Rodewisch eher gegen Mannschaften aus dem hinteren Tabellendrittel gespielt hat, ist Schwäbisch Hall leicht favorisiert. In der zweiten Begegnung des Wochenendes am Sonntag gegen Kiel ist man klarer Favorit. Für den Aufsteiger geht es nur um den Klassenerhalt, auch wenn an Brett 1 die langjährige deutsche Nationalspielerin Marta Michna spielt. Dahinter fällt die Mannschaft aber spielstärkemäßig deutlich ab. In der Vorsaison gab es für die Haller Damen gegen Hamburg ein knappes 3,5-2,5. Wie stark die Hamburgerinnen sind, zeigten sie gegen Titelfavorit Baden-Baden, das überraschende 3-3 vor einem Jahr machte für Schwäbisch Hall den Weg zur Meisterschaft frei.

Lela Javakhishvili gab letzte Saison ihr Debüt für Schwäbisch Hall. Aktuell begleitet sie ihren Mann, den Journalisten Evgeny Surov, nach Wijk aan Zee.

Der Termin der Doppelrunde wurde vom deutschen Schachbund sehr unglücklich gewählt, finden doch parallel gleich 3 internationale Topturniere statt. Insbesondere am Gibraltar-Open, gerade von den Spielern zum besten offenen Turnier des Vorjahrs gewählt, nimmt traditionell aufgrund der hohen Preisgelder gerade im Frauenbereich fast die komplette weibliche Weltspitze teil. Ausnahmen sind Hou Yifan und Harika Dronavalli, die beide in Wijk aan Zee im Masters bzw. Challenger-Turnier spielen. Dazu kommen das Moskau-Open und das Tata-Steel-Turnier im niederländischen Wijk aan Zee.
Daher stellt sich die Schwäbisch Haller Mannschaft mehr oder weniger von selbst auf, alle noch verfügbaren Spielerinnen werden wohl zum Einsatz kommen. Aber auch Gegner Hamburg hat Ausfälle, da gleich 3 Topspielerinnen ebenfalls in Gibraltar spielen.
Aus Hamburg wird es eine Liveübertragung der Partien geben. Zudem werden die Partien vor Ort vom internationalen Meister Georgios Souleidis live kommentiert.

Auch die Schwäbisch Haller Konkurrenz aus Baden-Baden und Bad Königshofen wird mit Aufstellungsproblemen zu kämpfen haben. Besonders hart trifft es Baden-Baden, dort wird Teamchef Thilo Gubler vermutlich froh sein, überhaupt 6 Spielerinnen ans Brett zu bringen. Jedoch warten auf den Titelfavoriten mit Erfurt und Lehrte eher leichtere Aufgaben.

Hier die Links zur Übertragung der Partien:
6.Runde Samstag ab 14:00:
http://www.hsk1830.de/pages/uebertragung/FBL2017-2018/tfd.htm
7.Runde Sonntag ab 9:00:
http://www.hsk1830.de/pages/uebertragung/fbl/2017_2018/Runde7/tfd.htm

Den Link zu meinem Vorbericht beim Schachticker gibt es hier.

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