Baden Baden ist deutscher Meister

Für die Schwäbisch Haller Damen hat es nicht gereicht, sie mussten sich nach hartem Kampf der OSG Baden Baden mit 1,5-4,5 geschlagen geben. Damit holte sich der Rekordmeister den Meisterpokal zurück. Baden Baden ging mit 4 Spielerinnen aus den ersten 6 der Weltrangliste an den Start. Die chinesische Weltranglistenerste Hou Yifan gab ihr Debüt in der Frauenbundesliga, dazu kamen Anna und Marija Muzychuk und Alexandra Kosteniuk. Trotzdem war es ein enges Match, das hohe Ergebnis gibt nicht ganz den spannenden Verlauf des Wettkampfs wieder. Ehre, wem Ehre gebührt – das Titelbild zeigt die Mannschaft des neuen deutschen Meisters.Anna Muzychuk brachte Baden Baden in Führung, sie gewann relativ eindeutig gegen Ekaterina Atalik. Danach endete die Partie zwischen Annas Schwester Marija und Lela Javakhishvili remis. Damit sorgte Lela dafür, dass der Schach-Ticker-Preis für die beste Spielerin der Saison (zumindest wenn ich mich nicht verechnet habe) wieder nach Schwäbisch Hall geht, sie holte 7,5 Punkte aus 9 Partien und liegt damit knapp vor Tatjana Melamed aus Bad Königshofen (6,5/8). Deimante Cornette, die Vorjahressiegerin in dieser Kategorie, holte zwar wieder mit 6/7 ein Topergebnis, ihr fehlt aber eine Partie, um in die Wertung zu kommen. Mehr dazu in meinem Schach-Ticker-Bericht, der vermutlich morgen Abend erscheint. Aber jetzt weiter zum Spielverlauf bei der Meisterschaftsentscheidung.

Alexandra Kosteniuk schaffte gegen Alina Kashlinskaya die Vorentscheidung, sie gewann eine lange Zeit unklare Partie zum 2,5-0,5. Währenddessen war Deimante Cornette gegen Ekaterina Kovalevskaya in Schwierigkeiten geraten, nachdem sie auf ein Qualitätsopfer verzichtete, das ihr klaren Vorteil gebracht hätte. So um den 35. Zug gab kaum einer der Zuschauer noch einen Pfifferling für Deimantes Stellung, aber irgendwie schaffte sie es, bei beidseitiger Zeitnot den Laden zusammenzuhalten, und nach der Zeitkontrolle endete die Partie im Dauerschach. Damit war aber die letzte Chance für eine Wende aus Schwäbisch Haller Sicht dahin. Derweil stand Nino Batsiashvili gegen Hou Yifan fast die ganze Partie zumindest bequemer. Im 40. Zug übersah sie aber eine Springergabel, die eine Figur kostete. Auch danach war die Stellung noch nicht klar, aber Nino verpasste einige bessere Fortsetzungen und ließ sich zu allem Überfluss in allerdings schon verlorener Stellung mattsetzen. Damit gelang Hou Yifan ein toller Einstand in der Frauenbundesliga, gleichzeitig nahm sie Revanche für die Niederlage beim Isle-of-Man-Open gegen Nino.

Zuletzt spannten Irina Bulmaga und Anna Zatonskih die Geduld der Mitspielerinnen, die auf die Siegerehrung warteten, lange auf die Folter. Über 105 Züge spielten beide ihr Damenendspiel aus – wer gewinnen wollte, war nicht ganz klar, am Ende wurde es dann ein leistungsgerechtes Remis. Trotz der Niederlage haben die Schwäbisch Haller Damen eine tolle Saison gespielt und sind zum dritten Mal Vizemeister. Am heutigen Tag war Baden Baden einfach den Tick besser und wurde verdient deutscher Meister. Die Schwäbisch Haller Mannschaft freute sich trotz der verpassten Meisterschaft über die Vizemeisterschaft und darüber, dem Topfavoriten aus Baden Baden auch diese Saison wieder alles abverlangt zu haben, und wurde noch am gleichen Abend bei einem Empfang im Rathaus vom Schwäbisch Haller Oberbürgermeister geehrt.

Alle Partien des Wochenendes gibt es hier, unten eine Bildergalerie vom “Endspiel” um die deutsche Meisterschaft in den Schwäbisch Haller Stadtwerken, vom Empfang beim Bürgermeister und der Feier im Kölsch-Keller bei Johannes van Bergen:

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